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                         Salzgitter - Zeitung vom 17. Juli 2019 - Bericht und Foto von Verena Mai

Ein Salzgitteraner für alle Fälle

Salzgitter-Bad.  Werner Kubitza packt bei Wir helfen Kindern an, organisiert und hilft aber auch anderswo.

Werner

Es gibt so Gesichter, da weiß man gleich, dass man einem netten Menschen gegenübersteht. Da sind die Lachfältchen bei Werner Kubitza (55), das schnelle Lächeln, der aufmerksame Blick. Menschen, die ihn kennen, heben seine unbedingte Hilfsbereitschaft hervor, und tatsächlich ist Kubitza vielfältig ehrenamtlich engagiert. Das Wort Gutmensch allerdings mag er gar nicht. „Ich bin ein Teamplayer“, sagt er über sich.

Der Mann packt an, wo er kann. Ob Hüpfburgen auf- und abbauen, Skatturniere organisieren, Bänke schleppen – Werner Kubitza ist mittendrin. Hauptsache, er kann helfen und ist mit anderen zusammen, denn er liebt die Geselligkeit, wie er sagt. Liebt auch Skat und Radfahren, den BVB, seinen Kleingarten und Blues- und Rockmusik. Und so kommt es auch, dass er spätestens alle fünf Minuten jemanden grüßt, als wir zum Gespräch in Salzgitter-Bad zusammensitzen. Freundschaft bedeute ihm viel, sagt Kubitza. „Es ist aber schwierig, welche zu finden, auf die man sich verlassen kann.“

Seit 2012 ist er Mitglied bei Wir helfen Kindern (WhK), Mitgliedsnummer 84 von mittlerweile 260. Schon zuvor haben er und seine Frau Petra sich eingesetzt für kranke Kinder, etwa für „Ein Herz für Kinder“ gespendet oder für die José-Carreras-Stiftung und deren Aktivitäten verfolgt. Kubitza: „Wir haben ja selbst zwei Kinder und sind glücklich, dass sie gesund sind.“ Über das WM-Tippspiel kennt der Fußball-Fan auch den WhK-Vorsitzenden Volker Machura schon länger, zusammen wurde auch gerne Fußball geguckt.

Und da kommen mehrere Dinge zusammen: Die Regionalität des Vereins, die Geselligkeit und ein Schlüsselerlebnis mit der Leichtathletin Marianne Buggenhagen, einer der erfolgreichsten Behindertensportlerinnen der Republik. Die nach ihr benannte Förderschule bei Ilsenburg ist im Projekt bei WhK. „Ich habe gedacht: Die kann Höchstleistungen vollbringen“, erinnert sich Kubitza mit anerkennendem Nicken. Und in dem Augenblick wusste er: „In dem Verein hier, da bist Du richtig.“ Kubitza war immer unter Leuten, ob im Fußballverein, bei VW, auf den Radtouren, im Mett-Club, im Kleingartenverein Birkenweg oder bei WhK. Und schon immer hat er beim Helfen mitgemischt, ob im Festausschuss oder auf Zuruf. „Es ist gar nicht so viel von der Freizeit her“, wehrt er ab. „Ich will mithelfen. Es macht Spaß sich zu beteiligen, und wir quatschen und trinken Bier“, fasst er zusammen.

Auch den Kampf für die 35-Stunden-Woche hat Kubitza noch in Erinnerung, ebenfalls eine Gemeinschafts-Aktion. „Da sind wir Azubis aus der Hütte nach Bonn gefahren – ein Wahnsinn!“ Schön sei es auch, wenn für die gute Sache viel Geld gespendet wird und Menschen sich darüber freuen. „Das ist immer sehr emotional“, weiß Kubitza.

Und er weiß, wieviel Arbeit dahintersteckt. Es sei nicht mehr so üblich, dass sich viele Menschen ehrenamtlich engagieren, überlegt er. Traurig mache ihn, dass Kinder sterben müssen, obwohl es viel Geld in der Welt gibt, und er macht sich Gedanken, wenn Kinder krank sind oder beeinträchtigt.

Er wünscht sich, „dass die Welt einfach mal ohne Kriege auskommt, dass Frieden herrscht und die Menschen umweltbewusster sind“. Da müsse sich aber auch jeder an die eigene Nase fassen, findet Kubitza. Fest steht: Menschen, die so uneigennützig anpacken, machen diese Welt auf jeden Fall reicher.