„Keine Medaille ist so wertvoll wie diese Schule“

Marianne Buggenhagen macht auf Festveranstaltung deutlich, warum sie seit 15 Jahren gern Namenspatin ist  (Bericht und alle Fotos von Regina Urbat/Volksstimme)

Vor 15 Jahren hat die mehrfache Goldmedaillengewinnerin Marianne Buggenhagen die Namenspatenschaft für die Förderschule Oehrenfeld übernommen. Dass diese Schule in Darlingerode etwas Besonderes ist, das wurde auf der Festveranstaltung mehrfach sehr deutlich.

Darlingerode l Ganz so einfach hat sie es sich nicht gemacht. „Aber dann nicht lange überlegt", sagt Marianne Buggenhagen auf der Festveranstaltung am gestrigen Donnerstag in der Klosterkirche Drübeck. Den Anlass für die sehr emotionale Feierstunde hatte sie vor 15 Jahren selbst gegeben. Damals gab die weltweit erfolgreiche Sportlerin, die seit ihrem 23. Lebensjahr im Rollstuhl sitzt, der Förderschule Oehrenfeld ihren Namen.

„Vor meiner Zustimmung hatte ich mir die Schule aber erst einmal angeschaut", berichtet die 64-Jährige, die in Bernau bei Berlin zu Hause ist, und erinnert sich: Dunkle, leere Flure, die Toiletten - „oh Gott" –, ein trister Schulhof - sie sei im ersten Moment nur traurig gewesen. Doch als der Unterricht beendet war und die vielen Kinder mit ihren Lehrern fröhlich herausströmten, „war plötzlich überall Leben". Marianne Buggenhagen sei entschlossen gewesen: „Ich werde Namensgeberin und will Vorbild für die Schüler sein.

So hielt die neunfache Goldmedaillengewinnerin bei den Paralympics stets Kontakt zu der Schule in Darlingerode, an der heute 165 Kinder und Jugendliche mit verschiedenen Handicaps lernen. Sie schickte Karten aus der Ferne, strich sich mit dem Zeigefinger über die Nase – als Gruß an die Kinder im Harz, wenn Fernsehkameras die Leichtathletin im Blick hatten, und brachte bei Besuchen Maskottchen von ihren Wettkämpfen in den Ländern der Welt mit. Ebenso bekam sie viel Post von den Schülern und stellte bei den Zusammentreffen immer wieder fest, wieviel ihr diese Verbundenheit gebe.

„Keine meiner Goldmedaillen bei den Paralympics ist mir so wertvoll wie diese Schule", sagt Marianne Buggenhagen. Sie bedankte sich für all die erfreulichen Dinge, die sie im Harz erlebt habe – bei den Kindern, Mitarbeitern der Schule, Förderern, Politikern und Eltern. Alle seien an der so erfolgreichen Entwicklung der

Schule beteiligt. Diese Dankesworte wurde zur Feierstunde mehrfach geäußert, allen voran von Schulleiter Dirk Clement. Er begrüßte die vielen geladenen Gäste und machte in seiner Festrede auf zahlreiche Besonderheiten an der Schule aufmerksam. Durch Zuwendung, ein hohes Maß an Wertschätzung, Förderung von Fähigkeiten und Erkennen von Begabungen „können sich unsere Kinder zu selbstbewussten und selbstbestimmenden Menschen entwickeln". Ob Sport, Musik, Tanz, Theater oder im künstlerischen Bereich, „die Vielfalt an der Schule ist groß". Maßgeblichen Anteil an der erfolgreichen

Entwicklung der Schule haben, so Clement weiter, die 40 engagierten Mitarbeiter, der rührige Förderverein unter Vorsitz von Kerstin Wiedenbein, die vielen Kooperationspartner, aber auch die Verantwortlichen in Stadt-und Kreisverwaltung bis hin zur Landesebene.

Dort, in Magdeburg im Landtag, haben die Oehrenfelder bei einer Vernissage mit Tanz- Theater und ihren Zeichnungen zum Thema „Schmetterlinge" beeindruckt. Besonders Landtagspräsidentin Gabriele Brakebusch. In einem Nebensatz habe sie damals gesagt: „Solch ein Bild in ganz groß – das wäre was für hier." Dieser Wunsch wurde gestern erfüllt. Die Landtagspräsidentin war den Tränen nah und sprachlos, als ihr neben dem großen Gemälde fürs „große Haus" noch ein kleineres für sie persönlich als Geschenk von den jungen Künstlern übergeben wurde.

Talent und Begabung zeigten die Kinder und Jugendlichen auch im Anschluss des Festaktes an den verschiedenen Stationen, die auf dem Klostergelände aufgebaut waren.

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